Schwäbisch Gmünd (sv). Die Bratschenlehrerin Yih-Jing Chen und Friedemann Gramm sind sich einig, in der Städtischen Musikschule gibt es einen kleinen Schatz. Robert Abzieher, Vorsitzender des Fördervereins, stellte am Donnerstag, 11. November, gemeinsam mit Yih-Jing Chen und dem Leiter der Städtischen Musikschule Friedemann Gramm das neueste Instrumentenstipendium des Fördervereins vor. Dank der großzügigen Überlassung durch die Witwe des ehemaligen Musikschullehrers, Hildegard Haude, kann der Förderverein künftig diese Bratsche an motivierte Bratschenschülerinnen und Bratschenschüler für die Dauer von zwei Jahren als Stipendium vergeben.
Yih-Jing Chen demonstrierte mit einem virtuosen Bratschenstück nicht nur den wunderbaren Klang des Instruments, sondern gab auch eine kleine Kostprobe Ihres Könnens. Am Samstag, 13. November, 10 Uhr bis 12 Uhr, wird Yih-Jing Chen Bratsche und Eloi Enrique Oboe für Interessierte die Instrumente und die Unterrichtsmöglichkeiten in der Städtischen Musikschule, im Schwörsaal, vorstellen.
Neben den jährlichen Stipendien, die ein Jahr lang kostenlosen Unterricht und weitere Förderungen umfassen, sind die Instrumentenstipendien ohne finanzielle Mittel ausgestattet. Dafür gibt es für die Dauer von zwei Jahren an ausgewählte Schülerinnen Schülern hochwertige Instrument im vierstelligen bis fünfstelligen Bereich. Der Förderverein kommt für die Instandhaltung und Versicherung auf. Eines dieser Instrumente ist die Bratsche von Hildegard Haude. Anstatt sie zu verkaufen wurde die Bratsche dem Verein kostenlos für die Dauer von zunächst zehn Jahre übergeben. Damit ist gewährleistet, dass das Instrument gepflegt und vor allem auch gespielt wird, was bei Streichinstrumenten sehr bedeutend ist.
Das Instrument stammt wahrscheinlich aus Mittenwald und weist Böhmische Einflüsse auf und wurde um 1750 gebaut, sagte Robert Abzieher als er das Instrument vorstellte. Es handelt sich um ein Instrument das über 250 Jahre alt ist, so wurde es vom Geigenbauer eingeschätzt. Der Wert des Instrument liegt bei circa 10.000 Euro. Normalerweise verewigen sich Geigenbauer durch einen Zettel im Inneren des Instruments und man kann noch Jahrhunderte später nachvollziehen, wann, wo und von wem diese gebaut wurde. Auch dieses Instrument trägt einen solchen Zettel, nachdem der Mailänder Carlo Giuseppe Testore (1660-1737) diese Bratsche erbaut hätte. Leider dürfte dieser Zettel eine Fälschung sein, das Instrument wäre ansonsten rund das zehnfache Wert.“