Schwäbisch Gmünd (sv). Am Sonntag, 26. November, 19 Uhr, lädt die städtische Musikschule zum Improvisationskonzert herzlich ein. Nicht nur im Jazz wird improvisiert. Alle Komponisten waren auch große Improvisatoren – natürlich immer im Stil ihrer Zeit. Iris Mack, Violoncello, Lehrkraft an der Musikschule und ihr Klavierpartner Georg Thoma zeigen, dass dies auch heute möglich ist. „Bei unserem Improvisationskonzert werden alle Werke live im Moment improvisiert. Das Programm überrascht deshalb möglicherweise mit Änderungen und Überraschungen“, sagte Friedemann Gramm, Leiter der Städtischen Musikschule, und freut sich auf zahlreiche musikinteressierte Gäste.
Improvisationsarten:
- La Folia: barocke Improvisation mit Thema und Variationen über einer festen Harmoniefolge
- Aria: lyrische Improvisation in Klassischer/Frühromantischer Tonsprache
- Cello Solo Improvisation Suite: klassische Moderne, auf Grundlage spanischer und lateinamerikanischer Volkslieder
- 20. Jahrhundert, Spätromantik: Vorstellung motivisch-thematischen Materials, Verarbeitung/Durchführung, Cadenza, Reprise, Reconsiliation, Coda
- Klavier Solo Improvisation: freie, atonale Improvisation, Experimentieren mit Klang, Entfremdung, Instrument als Objekt der Klangerzeugung jeglicher Art
- Die Elemente: Wasser - Erde - Luft - Feuer
- Scarborough Fair: Improvisation über ein irisches Volkslied
Iris Mack erhielt den ersten Cellounterricht im Alter von sechs Jahren bei Roman Guggenberger. Bestandteil des Unterrichts war von Anfang an auch Komposition, Improvisation und Ensemblespiel. Besonders die kammermusikalische Arbeit im Cello-Ensemble Cellikatessen sowie deren regelmäßige Proben- und Konzertreisen prägten Iris als junge Cellistin sehr. Später setzte sie ihre cellistische Ausbildung bei Meisterkursen in Violoncello Solo und Kammermusik fort und wurde regelmäßige Schülerin von Prof. Rudolf Gleißner in Stuttgart. Iris war mehrfach erste Bundespreisträgerin bei "Jugend musiziert" und wurde unter anderem mit WESPE Sonderpreis ausgezeichnet. Nach dem Abitur engagierte sie sich als Cellolehrerin und Dirigentin in dem sozialen Musikschul- und Orchesterprojekt "Arpegio" in Trujillo, Peru und entwickelte dort das Musik Theaterstück Don Quijote mit den Kindern und Jugendlichen. Seit 2017 studiert Iris Mack an der Musikhochschule in Stuttgart in der Klasse von Professor. Conradin Brotbek, schloss den Bachelor Violoncello mit Profil Dirigieren im Juni 2022 erfolgreich ab und setzt ihr Studium nun im Master Instrumentalpädagogik mit Schwerpunkt Improvisation bei Professor Noam Sivan fort. Im Sommer 2020 gründete Iris Mack das Projekt Fusion der Künste - eine Kooperation aus Tänzern, Celloensemble und Percussion - und organisiert hierfür regelmäßig Konzerte. An der Städtischen Musikschule Schwäbisch Gmünd ist Iris Mack seit September 2022 als Cellolehrerin tätig.
Georg Thoma ist Pianist, Musiktheoretiker, Klavierimprovisator und Klavierpädagoge. Seit 2023 ist er akademischer Mitarbeiter für Musiktheorie und Gehörbildung an der Musikhochschule Freiburg. Darüber hinaus ist er als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München tätig und studiert im Master Künstlerische Klavierimprovisation an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart.
Seit früher Kindheit erhielt er Unterricht in Geige, Klavier und Orgel. Nach seinem Abitur am humanistischen Ludwigsgymnasium in München absolvierte er Studien in Instrumentalpädagogik Klavier (B.A./M.A.) in Salzburg sowie Musiktheorie/Gehörbildung (B.A./M.Mus.) in Salzburg und München. Sein künstlerischer Schwerpunkt ist die Klavierimprovisation in einer breitgefächerten Stilistik von Barock über Klassik und Romantik bis hin zu Jazz und Neuer Musik dar.