Schwäbisch Gmünd (sv). Unter dem Motto "Johann Georg Fischer. Seine Lyrik im Spiegel der Musik" veranstaltet die Städtische Musikschule am Samstag, 19. Mai eine musikalisch-lyrischen Abend im Schwörhaus. Um 19 Uhr startet ein Vortrag über den "vergessenen schwäbischen Dichter", ab 20 Uhr vereinen sich Lyrik und Musik zu einem Konzertabend. Sopranistin Anna Escala und Pianist Marc Reichow begleiten den Abend musikalisch.
Es war Johann Georg Fischer nicht in die Wiege gelegt, Dichter zu werden. Er wurde am 25. Oktober 1816 in eine Süßener Handwerkerfamilie geboren. Der Vater war Zimmermann, die Mutter Näherin. Zwar muss der Vater ein lebenskluger Mann gewesen sein, der wusste, welche Bedeutung höhere Bildung für den sozialen Status hat. Doch man lebt weit entfernt von den akademischen Kreisen Tübingens und vom kulturellen Leben Stuttgarts. Durch den frühen Tod konnten die Eltern dem Sohn auch keine weiterführende Ausbildung ermöglichen. Aber als 1854 der dritte Gedichtband herauskam, hat sich Johann Georg Fischer in Stuttgart und darüber hinaus längst einen Namen gemacht: Bei den jährlichen Schiller-Feiern des Stuttgarter Liederkranzes hielt er seit 1848 die große Festrede. Er rezensierte Aufführungen des Hoftheaters. Und er publizierte in Zeitschriften immer wieder Gedichte. Nicht zuletzt der Reigen namhafter Komponisten, die Gedichte Johann Georg Fischers vertont haben, legt klingend Zeugnis davon ab, wie weit die Resonanz auf seine Lyrik räumlich, zeitlich und ästhetisch reicht.
Der Eintritt zum musikalisch-lyrischen Abend ist frei.