Schwäbisch Gmünd (sv). Eines der SchwörhausKonzerte bestreitet immer eine Lehrkraft der Städtischen Musikschule. Ende Juni konnte nach einer notgedrungenen Absage im vergangenen Jahr nun endlich Alexander Konrad das Podium betreten.
Bachs in ein Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-moll für Violine solo in einer Transkription des Pianisten, Komponisten und Musiktheoretikers Ferruccio Busoni ist kein Werk zum sich Warmspielen. Hier ging es gleich in die Vollen und Alexander Konrad machte schon mit diesem ersten Werk klar: hier sitzt ein Meister seines Faches am Instrument.
Nach diesem polyphonen und gewaltigen Einstieg folgte Pagodes von Claude Debussy, und Alexander Konrad verzauberte mit einer musikalschen Farbenpracht, die ihresgleichen sucht. Der junge Pianist nahm das Publikum nicht nur durch seine Kunst mit, er führte auch mit sehr persönlichen Bemerkungen zu den ausgewählten Stücken durch das Programm.
Eine eigene Bearbeitung des langsamen Satzes aus dem Klavierkonzert in A-Dur von Mozart folge. Für Alexander Konrad der Moment, in dem er seine eigene tiefe Betroffenheit über den Krieg Russlands, dem Land in dem er geboren und ausgebildet worden ist, zum Ausdruck brachte. Ein Moment des Schweigens, eine Generalpause mitten im Satz – ein intensiver Moment für Alle. Das Konzerthonorar wird der Ukrainehilfe der Stadt zugutekommen.
Eine Überraschung folgte zum Schluss. „Alexander, spielst du auch Elise in deinem Konzert? fragte eine seiner Schülerin. Er tat es. Welch wunderbares Kleinod, wenn es so gespielt wird, wie man es im SchwörhausKonzert hören durfte. Mit Gershwins Rhapsody in Blue ging es beschwingt weiter, gefolgt von einem weiteren Jazz Standard, und zum Abschluss des grandiosen Abends, zusammen mit Julia Chekuklaeva, der Ehegattin des Solisten, farbig und sehr differenziert musiziert „Laideronnette, impératrice des pagodes“ aus Ma mère l’oye von Maurice Ravel. Ein ergriffenes Publikum erlebte ein Konzert der ganz besonderen Art.